Die Sage Partnerdays 2015 sind gerade noch im Gange, doch bereits nach den ersten Vorträgen ist erkennbar: Zufrieden ist man mit dem Geschäftsverlauf in den letzten Jahren nicht. So spricht die Eröffnungsrede auch der neue Geschäftsführer von Sage Deutschland, Rainer Downar, der Peter Dewald ablöst. Letzterer hat im Juli das Unternehmen verlassen, auf eigenen Wunsch, wie es heißt.

Unzufriedenheit von Kunden und Partnern ist erkannt

Eine der ersten ambitionierten Vorhaben ist die bessere Beachtung der Kundenwünsche. Ein neues Online-Tool „Sage Voice“ soll dabei die Wünsche und Ideen der Kunden in einem moderierten Forum sammeln. Soziale Signale („Likes“) können dabei helfen, die Dringlichkeit der vorgebrachten Vorschläge zu gewichten.

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Als weitere Ziele soll die Markenbekanntheit, die derzeit nur bei 6% in den relevanten Zielgruppen liegt, deutlich gesteigert werden. Die Conversionrate, also die Quote der aus den Leads gewonnenen Kunden, soll von 15% auf 25% gesteigert werden.

Außerdem will sich Sage mehr auf Kernprodukte und -funktionen fokussieren. Eine neue Transparenz soll klar aufzeigen, welche Wünsche bis wann umgesetzt werden, und welche ggf. gar nicht aufgenommen werden. Die neue Offenheit könnte dabei Kunden Klarheit, vor allem aber auch Sage Partnern Planungssicherheit geben, ob etwa Zusatzfunktionen programmiert werden sollten oder nicht.

Als die beiden zentralen Ziele nennt Downar „Neue Kunden“ und „Customers for Life“, also begeisterte Kunden, die dem Unternehmen ein Leben lang treu bleiben.

Nahezu 10 Jahre alte Belegerfassung wird runderneuert

Die betagte Office Line Belegerfassung aus dem Jahre 2006, die gerade bei Anwendern mit hohem Auftragsvolumen zur Bremse im Unternehmen wird, soll deutlich verbessert werden. Dabei verabschiedet man sich vom Registerlayout und gestaltet die Benutzeroberfläche komplett neu. Auf einer Seite sind dann, ähnlich bei einem Papierbeleg, alle Angaben zu dem Beleg und den Positionen erkennbar.

Die neue Oberfläche wird auf Basis des Appdesigners entwickelt, der seinerseits eine Verbesserung erfährt, um die notwendige Funktionalität anzubieten.

Die Darstellung, etwa die angezeigten Spalten der Positionen, können Belegart- und benutzerabhängig individuell eingestellt werden. Somit sind auch reduzierte, auf die jeweilige Aufgabe fokussierte Einstellungen konfigurierbar.

Als Termin für die Verfügbarkeit der neuen Erfassung nennt Sage den 31.3.2016. Die Bereitstellung erfolgt dann im Rahmen der Office Line 2016 (Version 7.1).

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Dass die Benutzeroberfläche auch in weiteren Bereichen überarbeitet wird und darauf ein Fokus gesetzt wird, soll die Ansiedelung dieser Aufgabe in allen Managementebenen unterstreichen.

Mit der neuen Bedieneroberfläche orientiert man sich zudem an von der Sage Group festgelegten globalen Designrichtlinien. Dr. Susanne Niklas, seit Oktober bei Sage, wird  diese federführend in den Produkten der Sage Deutschland einführen. Ein Wechsel, etwa zu einer höheren Produktlinie, soll dadurch reibungsloser verlaufen. Auch das Cross-Selling soll damit erleichtert werden, weil es für Anwender einfacher ist, ein weiteres Produkt aus dem Hause Sage einzusetzen, wenn sich dieses in den Kernfunktionen gleichartig bedienen lässt.

60% der Sage Anwender verwenden derzeit nur ein einziges Produkt von Sage. Mit der neuen Oberfläche soll der Verkauf weitere Produkte an die bestehenden Kunden erleichtert werden.

API soll die Integration mit Drittanbietern und Partnerlösungen erleichtern

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Bislang war der Zugriff auf Office Line Daten und Geschäftsprozesse nur über die Einbindung von DLLs oder direkten Zugriffen auf die Datenbank möglich. Eine REST API fehlte komplett, so dass es für Entwickler aufwändig und nicht mehr zeitgemäß ist, mit der Office Line auf den beschriebenen Wegen zu kommunizieren.

Eine neue API soll nun den direkten Zugriff, etwa auf Belege und Daten, ermöglichen und so auch eine Kommunikation über die Systemgrenzen hinaus, etwa über Internet, ermöglichen.

CRM Integration von sellmore

Das auf die Sage CRM spezialisierte Unternehmen sellmore erfreut sich einer neuen Partnerschaft mit Sage. Dem Unternehmen war es gelungen, eine -im Gegensatz zur hauseigenen Lösung des Herstellers- funktionierende Anbindung der Sage CRM an die Office Line zu programmieren. Somit wurde eine Kooperation vereinbart und die zukünftige Integration auf Basis der Lösung von sellmore fortgeführt. Ob das für die verprellten Kunden und Partner von Sage wieder dazu bewegen wird, dem CRM Tool wieder Vertrauen zu schenken, wird die Zukunft zeigen.

 

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Mobile Clients mit Xamarin

Als Entwicklungsumgebung für mobile Clients setzt Sage zukünftig Xamarin ein. Damit sind Clients für Windows mobile Geräte, Android oder iOS basierende Geräte unter einer einheitlichen Entwicklungsumgebung in der Programmiersprache C# erstellbar. Diese strategische Entscheidung wird es ermöglichen, dass schneller und einfacher mobile Anwendungen bereitgestellt werden können.

Neues, vereinfachtes Partnerprogramm

Ebenfalls weltweit vereinheitlicht wurde das Partnerprogramm. Die Komplexität mit Stufen und Punkten wird reduziert auf 4 weltweit einheitliche Stufen. Die Konditionen werden vereinfacht und in diesem Zuge auch die Preisliste reduziert. Derzeit umfasst die Sage Preisliste geschlagene 87 Seiten und nähert sich langsam dem Umfang der Softwaredokumentation 😉 – die Vereinfachung bringt eine Reduzierung auf 8 Seiten.

Zukünftig werden viele Module zusammengefasst und dann als Basis, Professional und Enterprise Variante angeboten.

Das Partnerprogramm gilt zunächst für die CRM Software. Bestehende Partnerverträge werden zunächst weitergeführt, aber mittelfristig durch die neuen Strukturen abgelöst.

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Der Tatsache, dass sich viele Partner dem Unternehmen abwenden oder zumindest ihre Unzufriedenheit ausdrücken, trägt man durch eine verbesserte Unterstützung der Businesspartner Rechnung.

In den letzten Jahren hatte sich eine Partnervereinigung gebildet (Business Partner Mittelstand), durch die sich Partner gegen Sage verbündet hatten, um mit geballter Kraft etwa gegen vertragliche Änderungen oder Entscheidungen, die sich nachteilig für Businesspartner auswirken, aufzulehnen.

Sage will sich mit den Vereinfachungen und einer verbesserten Partnerunterstützung nun wieder mehr den Partnern und deren Interessen zuwenden. Ein Partnergremium, in das von Sage 8 Partner einberufen wurden, soll ebenfalls die Belange der Partner kommunizieren und Einfluss auf die Strategie und die Entscheidungen nehmen können.

Sage Webshop ist kein Fokusthema

Ob der Sage Webshop auf Dauer forciert wird, wurde nicht erwähnt. Der aktuelle Webshop ist der zweite Versuch von Sage, im Online-Business Fuß zu fassen. Die von Sage angebotene Lösung leidet mangels ausreichender Funktionalität an Kundenzuspruch. Es ist gut denkbar, dass Sage auch diesen Versuch in naher Zukunft abbricht und stattdessen die API Entwicklung und somit die Partner, die sich bereits mit diesem Thema intensiv beschäftigen, zu unterstützen.

Fazit

Ob freiwillig oder nicht: Der neue CEO von Sage Deutschland legt eine neue Schlagzahl vor. Sein Credo ist die schnelle und flexible Anpassung von Produkten und des Unternehmens an die schnell steigenden Anforderungen durch Kunden und Partner. Neue Kunden und diese möglichst lebenslang zu halten, ist sein Ziel.

„Lokale Fürstentümer“ sollen dafür aufgegeben werden, und aus einem beschaulichen Segelschiff ein hochmoderner, flexibler Katamaran werden. „Ambition“ ist eines der am meist genannten Wörter in den ersten beiden Vorträgen des Tages. Für diese Ziele ist man bereit, auch neue Wege zu gehen.

Bleibt zu hoffen, dass es nicht bei Absichtserklärungen bleibt.

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Berichterstattung live von den Sage Partnerdays am 11.11.2015

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