Man durfte gespannt sein, und jetzt ist es soweit: Seit Juni 2011 wird die neueste Version der Sage Office Line, die Evolution 2012, ausgeliefert. Während man seit 2009 auf Access 2007 als Framework für das Frontend gesetzt hat, steht jetzt der Wechsel zu Access 2010 an. Bedingt durch diese Umstellung mussten zahlreiche Änderungen am Code vorgenommen werden, was die Gelegenheit bot, sich dem Thema Performance speziell am Frontend anzunehmen. Nicht ohne Erfolg: Der Belegdruck konnte selbst gegenüber der bereits vor wenigen Monaten verbesserten Version 5.1.4 noch einmal deutlich verbessert werden, so dass der Druck eines Beleges noch einmal um 30% schneller wird. Die Änderung hat allerdings leider auch zur Folge, dass Anpassungen am Print-Addin ggf. in der Version 2012 erneut durchgeführt werden müssen. Das Öffnen von Formularen wurden ebenfalls beschleunigt: Die Belegerfassung startet jetzt um 25% schneller, und bei einigen Stammdatenformularen konnten Verbesserungen um den Faktor 2 erreicht werden. Die Verbesserungen konnten erreicht werden, weil man das Laufzeitverhalten von Access unter die Lupe genommen hat, und Performancefresser konsequent eliminiert hat.
Da Start und Bedienung von Office 2010 ohnehin schneller und flüssiger vonstatten geht, als dies bei Office 2007 der Fall war, empfindet man die neue Version insgesamt als angenehmer – das zähe Laufzeitverhalten ist nahezu verschwunden.

Technologisch fallen zwei bedeutende Änderungen ins Auge:
1. Das Aufgabencenter und das Control Center wurden verbessert und ausgebaut. Für den Benutzer sind so beispielsweise kombinierte Chart-Listen-Darstellungen möglich. Technologisch greift das Control Center nun nicht mehr direkt auf die Daten zu, sondern über einen „Realtime Data Service“ auf den Applikationsserver. Das dürfte auch die Zukunftstechnologie für neue Clients (z.B. für mobile Geräte) sein.
2. Der Applikationsserver wird nun standardmäßig mit installiert und ist die Verbindung des Controlcenter-Frontends zu Daten und Geschäftsprozessen. Die wesentliche Neuerung dabei ist, dass das Controlcenter nun nicht mehr nur Daten Darstellen kann, sondern auch Ergebnisse aus Geschäftsprozessen. So können beispielsweise auch GuV- und Bilanzkennzahlen wie Gesamtleistung, Gewinn, Anlagevermögen etc. in Listen und Auswertungen des Control Centers einfließen. Auch die Entwicklung eigener Geschäftsprozesse ist möglich, so dass im Control Center auch diese berechneten Werte dargestellt werden können.
Sage geht somit einen deutlichen Schritt in Richtung 3-Tier-Architektur und trennt Daten, Präsentation und Geschäftsprozesse in technisch separate Einheiten.
Damit ist der Weg offen für neue Entwicklungen wie Webclients, welche via SOAP oder REST mit den Geschäftsprozessen des Applikationsservers kommunizieren können. Eine Office Line auf dem iPhone ist nun nicht mehr allzu fern.
Währungen sind jetzt mandantenabhängig
Bislang wurden Währungen und demzufolge auch die Umrechnungskurse mandantenübergreifend gespeichert. Die mandantenabhängige Speicherung ab der Version 2012 ermöglicht es, unterschiedliche Kurse in den einzelnen Mandanten anzulegen und zu verwenden.

Lohnt sich die Umstellung?
Wer mit der Office Line Evolution 2011 aktuell zurecht kommt, wird sich fragen, ob eine Umstellung sinnvoll und notwendig ist. Diese Frage stellt sich zwar bei jedem Versionswechsel, aber bei den großen Updates, die auch ein Access Versionswechsel beinhalten, besonders.
Allgemein kann man die Frage nicht beantworten. Dennoch würde ich eine Umstellung dann empfehlen, wenn sich der Anwender die Nutzung von Controlcenter und Aufgabencenter vorgenommen hat. Die deutlichen Vorteile in der Version 2012 rechtfertigen meiner Einschätzung nach die Umstellung durchaus, insbesondere wenn man eine eventuell geplante Programmierung mit diesen Tools anstelle proprietärer Programmierung in Addins realisieren kann. Eine Liste im Controlcenter ist weitgehend updatesicher, während ein Addin mit jedem Release umgestellt und teilweise neu programmiert werden muss. Wer das nicht vor hat, sollte sich den geigneten Zeitpunkt für eine Umstellung gut überlegen. Wirklich neue Funktionalitäten, wie z.B. die Einführung neuer Addins oder neuer zentraler Funktionen sind nicht umgesetzt worden. Der Funktionsumfang dürfte im Wesentlichen gleich sein und sich nur gering unterscheiden. Das Risiko einer frühen Umstellung und ggf. die Inkaufnahme von Betriebsausfällen im Rahmen der Umstellung ist kaum vertretbar, wenn man die neuen Funktionen nicht zwingend braucht oder will. Kleine Installationen können durchaus durch die kostengünstige Möglichkeit, mit dem Aufgabencenter oder Controlcenter prozessunterstützende Funktionen abzubilden profitieren, bei größeren Installationen ist meines Erachtens aber durchaus noch anzuraten, nicht sofort und übereilt ein Umstellungsprojekt in Angriff zu nehmen.
Fazit
Insgesamt ist die Office Line 2012 eine rundum gelungene, technisch erneuerte Office Line. Das flüssige Laufzeitverhalten sorgt für mehr Spaß beim Arbeiten, und die Technologie bietet die Basis für interessante Erweiterungen. Erste Erfahrungen zeigen, dass die Anwendung stabil und ausreichend bugfrei ist, um bei Neuinstallationen direkt mit dieser Version zu starten.
Also von meiner Seite aus: Alles ok – viel Erfolg für Sage, Partner und Anwender.

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